Wenn von Langlebigkeit am Mittelmeer die Rede ist, denken die meisten an Sardinien. Von allen Blue Zones ist das für mich die überzeugendste, weil die Geburten dort seit 1866 doppelt registriert werden, im Standesamt und im Kirchenbuch. Die AKEA Studie hat in der Ogliastra und der Barbagia auffällig viele hundertjährige Männer beschrieben (Poulain M, Pes GM et al., Experimental Gerontology 2004).
Was die wenigsten wissen: Ein zweites, sehr gut dokumentiertes Gebiet liegt auf Sizilien. In fünf Dörfern der Monti Sicani, im Hinterland zwischen Palermo und Agrigento, lebten 19 Hundertjährige unter 18.328 Einwohnern. Das ist das 4,3fache des italienischen Durchschnitts. Und fast so viele Männer wie Frauen: Das Verhältnis liegt dort bei 1,1 zu 1, im italienischen Schnitt bei 4,5 zu 1 (Vasto S, Rizzo C, Caruso C, Immunity & Ageing 2012).
Die Hundertjährigen dort waren geistig klar, ohne Anzeichen einer Demenz, und ihre Blutwerte ähnelten eher denen junger Menschen als denen ihrer Altersgenossen (Vasto S et al., Rejuvenation Research 2012). Gegessen wird, was wir auch gemeinsam kochen: niedriger glykämischer Index, kaum Weißmehl, saisonales Gemüse, wenig Fleisch, Olivenöl aus alten lokalen Sorten.

Was daraus folgt
Nicht: Zieh nach Sizilien. Sondern: Die Bausteine sind bekannt, und sie sind übertragbar. Licht am Morgen, echte Pausen, Muskeln, mediterrane Küche, Menschen um den Tisch, ein Sinn.
Die sieben Codes sind der Versuch, das in sieben Wörter zu fassen, die man sich merken kann. Und die Tage am Meer sind der Versuch, sie einmal am Stück zu erleben, damit du weißt, wie es sich anfühlt, wenn es funktioniert.
Kein Heilversprechen. Eine Richtung.
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